{"id":25276,"date":"2018-03-25T10:49:26","date_gmt":"2018-03-25T14:49:26","guid":{"rendered":"http:\/\/joshualandis.com\/blog\/?p=25276"},"modified":"2018-03-26T03:24:22","modified_gmt":"2018-03-26T07:24:22","slug":"intervention-in-syrien-sollten-wir-eingestehen-dass-der-krieg-gegen-das-syrische-regime-verloren-ist-by-nikolaos-van-dam-nikolaosvandam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/intervention-in-syrien-sollten-wir-eingestehen-dass-der-krieg-gegen-das-syrische-regime-verloren-ist-by-nikolaos-van-dam-nikolaosvandam\/","title":{"rendered":"Intervention in Syrien: Sollten wir eingestehen, dass der Krieg gegen das syrische Regime verloren ist? &#8211; By Nikolaos van Dam @nikolaosvandam"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-25132 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/wp-content\/uploads\/Screen-Shot-2017-11-11-at-12.55.07-PM-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Intervention in Syrien: Sollten wir eingestehen, dass der Krieg gegen das syrische Regime verloren ist?<br \/>\n<\/strong>By Nikolaos van Dam &#8211;\u00a0<a class=\"ProfileHeaderCard-screennameLink u-linkComplex js-nav\" href=\"https:\/\/twitter.com\/nikolaosvandam\"><span class=\"username u-dir\" dir=\"ltr\">@<b class=\"u-linkComplex-target\">nikolaosvandam<\/b><\/span><\/a><br \/>\nVortrag gehalten am 7 M\u00e4rz 2018 am Bruno Kreisky Forum f\u00fcr Internationalen Dialog, Wien<br \/>\nVer\u00f6ffentlicht am 8 M\u00e4rz auf Syria Comment<br \/>\n\u00dcbersetzung der Rede in Englisch by\u00a0Dr. Ann Vogel, a German sociologist, who did her Ph.D. at University in<br \/>\nWashington, Seattle. (<a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/\">The original English version is here<\/a>)<\/p>\n<div id=\"attachment_25270\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-25270\" class=\" wp-image-25270\" src=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/wp-content\/uploads\/Screen-Shot-2018-03-08-at-11.46.06-AM.png\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/wp-content\/uploads\/Screen-Shot-2018-03-08-at-11.46.06-AM.png 534w, https:\/\/joshualandis.com\/blog\/wp-content\/uploads\/Screen-Shot-2018-03-08-at-11.46.06-AM-450x377.png 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><p id=\"caption-attachment-25270\" class=\"wp-caption-text\">Hafez al-Assad (above) standing on the wing of a Fiat G.46-4B with fellow cadets at the Syrian AF Academy outside Aleppo.<\/p><\/div>\n<p>Heute, am 7. M\u00e4rz 2018, ist es genau 55 Jahre her, dass eine Gruppe junger syrischer Offiziere der Baath-Partei heimlich ihre bewaffneten Unterst\u00fctzer mobilisierte und einen Coup gegen das damals regierende syrische Regime durchf\u00fchrte. Schon am n\u00e4chsten Tag, dem 8. M\u00e4rz 1963, hatten sie Erfolg und konnten sich anschlie\u00dfend \u00fcber ein halbes Jahrhundert an der Macht halten.<\/p>\n<p>Wie war es f\u00fcr diese Baathisten m\u00f6glich, solange an der Macht zu sein?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal besa\u00dfen sie eine gut organisierte, geheime milit\u00e4rische Organisation ideologisch motivierter Mitstreiter, die zueinander loyal waren \u2013 wenigstens auf eine bestimmte Zeit. Zweitens hatten viele von ihnen einen gemeinsamen Hintergrund, n\u00e4mlich l\u00e4ndliche Abstammung und als Mitglieder von arabisch sprachigen religi\u00f6sen Minderheiten, insbesondere \u00a0Alawiten, Drusen und Ismailiten. Viele dieser Minderheiten kannten soziale und religi\u00f6se Diskriminierung durch die urbane Sunni-Mehrheit. Ihre gemeinsame\u00a0 Herkunft hinsichtlich Stamm, Sekte [im Sinne einer religi\u00f6sen Sondergemeinschaft\u2014\u00dcbersetz.] und Region schuf die Basis f\u00fcr Vertrautheit, Loyalit\u00e4t und Vertrauen. Nat\u00fcrlich gab es interne Rivalit\u00e4ten, aber nachdem diese durch eine Serie interner S\u00e4uberungen ausgefochten waren, gab es letztlich nur noch eine milit\u00e4rische Faktion, die im Jahr 1970 ausgesprochen m\u00e4chtig wurde, um dann das Land f\u00fcr drei Jahrzehnte zu regieren. Dies war die Faktion des alawitischen Generals Hafiz al-Assad.<\/p>\n<p>Viele dieser fr\u00fcheren Baath-Offiziere sind inzwischen in ihren milit\u00e4rischen Positionen von einer j\u00fcngeren Generation alawitischer Offiziere abgel\u00f6st worden, wie auch ihre Verb\u00fcndeten Nachfolger haben. Baschar al-Assad hat als zweiter alawitischer Pr\u00e4sident Syriens im Jahr 2000 die Nachfolge seines Vaters Hafiz al-Assad angetreten.<\/p>\n<p>Anstatt allein zu agieren, formten die Baathisten f\u00fcr ihren Coup am 8. M\u00e4rz 1963 eine Allianz mit weiterer milit\u00e4rischer Opposition wie z.B. den Nasseristen. Dieses B\u00fcndnis war von kurzer Dauer, weil das Baath-Milit\u00e4r m\u00e4chtig genug war allein fortzufahren \u2013 ohne ihre sogenannten milit\u00e4rischen Verb\u00fcndeten, von denen sie einen nach dem anderen eliminierten. Sie ermunterten sogar die Nasseristen zu einem Coup gegen die Baathisten, also sich selbst, um sie milit\u00e4risch zu erledigen. Als Resultat konnten 1963 die Baath-Milit\u00e4rs ihre Macht monopolisieren.<\/p>\n<p>Die Strategie der auf kurze Zeit angelegten Allianzen, mit dem Ziel die Macht zu monopolisieren, ist bis zum heutigen Tag zu verschiedenen Gelegenheiten wiederholt worden. Dies gilt auch f\u00fcr den Syrien-Krieg, der im Jahr 2011 begann. Hier war es nicht immer wichtig f\u00fcr die Baath-Herrscher, ob sie B\u00fcndnisse mit Gruppen bzw. Parteien eingingen, die ihnen ideologisch gar nicht nahe standen oder sogar Parteien, die in der Tat ihre Feinde waren, solange sie ihr haupts\u00e4chliches Ziel erreichen konnten: an der Macht bleiben und diese monopolisieren. Das Ziel rechtfertigte die Mittel.<\/p>\n<p>Jeder Bedrohung gegen das Regime durch Rivalen der Baath-Partei oder Andere, egal ob imagin\u00e4r oder wirklich, wurde in r\u00fccksichtsloser Weise begegnet: Gef\u00e4ngnis, Folter, Mord, Attentate, sogenannte &#8216;Selbstmorde mit mehr als einer Kugel&#8217;\u00a0 usw.<\/p>\n<p>Weil unter Hafiz und Baschar al-Assad Syrien von nur einer \u00fcberm\u00e4chtigen Milit\u00e4rfaktion dominiert wurde, die einen sehr zuverl\u00e4ssigen und effektiven Sicherheitsapparat (effektiv im Sinne von extremer Repression) hatte, war das Land seit seiner Unabh\u00e4ngigkeit\u00a0 intern politisch stabiler und kontinuierlicher als je zuvor. Aber die Tatsache, dass diese Kontinuit\u00e4t ohne politische Reform oder betr\u00e4chtliche Ver\u00e4nderung der Komposition der herrschenden politischen und milit\u00e4rischen Elite \u00fcber einen Zeitraum von \u00fcber vier Jahrzehnten bestand, bedeutete eben auch, Chance starker Diskontinuit\u00e4t und Spaltung des Regimes, sobald die langj\u00e4hrige politische und milit\u00e4rische F\u00fchrung ernsthaft bedroht sein w\u00fcrde. Diese sogenannte Stabilit\u00e4t kam zu einem abrupten Ende mit dem Beginn der Syrischen Revolution im M\u00e4rz 2011.<\/p>\n<p>Was soll man f\u00fcr nicht-Baath-Gegner f\u00fcrchten, wenn schon Rivalen innerhalb der Baath-Partei im System des Regimes das schlimmste Schicksal erfuhren? Oder auch f\u00fcr radikale islamistische Gegner, die nicht nur die Baath-Herrschaft beseitigen, sondern auch die prominente Stellung der Alawiten innerhalb und au\u00dferhalb des Regimes beenden wollten? Viele radikale Islamisten sehen Alawiten als H\u00e4retiker, die man einer Fatwa von Ibn Taim?ya \u2013 einem Sunni-Gelehrten aus dem 12. Jahrhundert \u2013 folgend, morden durfte. Diese Ansicht wurde nicht nur von Mitgliedern des Islamischen Staates (IS bzw. Da&#8217;esh), die im Jahr 2013 nach Syrien kamen und gr\u00f6\u00dfere Teile des Landes besetzten, sondern schon lange vorher von einem geheim geformten extremistischen Ableger der Muslimbr\u00fcderschaft, die w\u00e4hrend der sp\u00e4ten 1970er Jahre und der fr\u00fchen 1980er eine ganze Reihe von Morden an Alawiten (mit und ohne Baath-Zugeh\u00f6rigkeit) in Syrien ausgef\u00fchrt hatten. Diese radikalen Islamisten versuchten, eine Polarisierung innerhalb der syrischen Gesellschaft entlang religi\u00f6sen Gemeinschaftslinien, insbesondere zwischen Sunni und Alawiten zu provozieren, hofften sie doch, dass sie damit das alawitisch dominierte Baath-Regime \u00fcberwerfen w\u00fcrden, denn die Alawiten formen nur eine Minderheit von ca. elf Prozent der syrischen Bev\u00f6lkerung, w\u00e4hrend die Sunni die gr\u00f6\u00dfere Mehrheit stellen. W\u00e4hrend die syrische Armee der Mehrheit nach Sunni ist, eine Folge der Wehrpflicht und dadurch die Komposition der Bev\u00f6lkerung widerspiegelnd, reflektierten die Kalkulationen [der radikalen Islamisten] nicht, dass die milit\u00e4rischen Schl\u00fcsselpositionen und -einheiten unter voller Kontrolle von alawitischen Offizieren waren, was letztlich ausschlaggebend war. So hatten die radikalen Islamisten keine Chance gegen das Regime und ihre Aktionen endeten mit dem bekannten Blutbad von Hama in 1982. Nicht nur wurde die Organisation der Muslimbruderschaft r\u00fccksichtslos eliminiert, sondern auch viele Menschen in Hama, die nicht involviert waren. Was die Sektenbeziehungen angeht, war dies ein irreversibler Wendepunkt in der syrischen Geschichte. Die Hama-Massaker konstituierten ein hemmungsloses Modell von Unterdr\u00fcckung, das in der Syrischen Revolution von 2011 wiederholt angewendet wurde \u2013 diesmal jedoch nicht nur in einer Stadt, sondern \u00fcber das Land verteilt.<\/p>\n<p>Von einer brutalen Diktatur mit solchen Eigenschaften und solchem Verhalten wie dem syrischen Baath-Regime konnte man eigentlich nicht realistisch erwarten, dass sie ihre Macht freiwillig und als Ergebnis friedlicher Demonstrationen, wie Teil der Syrischen Revolution von 2011, aufgeben w\u00fcrde. Auch konnte man von diesem Regime nicht realistisch erwarten, dass es freiwillig seine Macht aufgeben w\u00fcrde als Ergebnis eines heftigen Stellvertreterkrieges auf Syriens Territorium \u2013 ein Krieg, der angefeuert und milit\u00e4risch und finanziell unterst\u00fctzt wurde von regionalen Proxys wie der T\u00fcrkei, Saudi Arabien und Katar als auch westlichen L\u00e4ndern wie den USA, Gro\u00dfbritannien und Frankreich. In meinem Buch \u201eThe Struggle for Power in Syria\u201c habe ich schon vor zwei Jahrzehnten vorausgesagt (und das war nicht besonders schwierig), dass jedes Bem\u00fchen, einen Regimewandel zu produzieren, zu enormem Blutvergie\u00dfen f\u00fchren m\u00fcsse. Und genau das ist es, was wir in den letzten sieben Jahren, seit dem Beginn der Syrischen Revolution, gesehen haben und heute noch sehen. Diejenigen, die kein gro\u00dfes Blutbad erwarteten, litten entweder an einem Mangel gen\u00fcgender Geschichtskenntnisse \u00fcber Syrien oder an gut \u00fcberdosiertem Wunschdenken \u2014 oder beidem.<\/p>\n<p>Wie kam es, dass so viele ausl\u00e4ndische Politiker so naiv erwartetet haben, dass Pr\u00e4sident Baschar al-Assad freiwillig von seinem Amt zur\u00fccktreten w\u00fcrde, nachdem den Berichten nach alle m\u00f6glichen Gr\u00e4ueltaten vom syrischen Regime gegen die sogenannten friedlichen Demonstranten und sp\u00e4ter gegen die milit\u00e4rischen Oppositionsgruppen begangen worden waren? Sie wollten, dass Assad sein Todesurteil freiwillig unterschreibt, weil aus ihrer Sicht der rechtlich legitime Pr\u00e4sident von Syrien seine Legitimit\u00e4t verloren hatte. Dies war v\u00f6llig unrealistisch, und zwar in dem Sinne, dass das, was ihren W\u00fcnschen nach h\u00e4tte geschehen m\u00fcssen, auch wenn es gerechtfertigt gewesen sein k\u00f6nnte aus ihrer Perspektive auf Gerechtigkeit und Rechtm\u00e4\u00dfigkeit, doch hochwahrscheinlich nicht umsetzbar war.<\/p>\n<p>Wunschdenkende hofften, dass al-Assad abdanken w\u00fcrde oder sogar das Land verlassen w\u00fcrde, um die Krise l\u00f6sen zu helfen, so bald gen\u00fcgend moralischer Druck ausge\u00fcbt w\u00fcrde von Staaten, die ihn ge\u00e4chtet hatten. Aber das Gegenteil passierte, was man auch h\u00e4tte vorhersehen k\u00f6nnen, weil man \u00fcber Diktatoren im Allgemeinen wei\u00df, dass sie nicht die Regeln der demokratischen Rechenschaftspflicht befolgen.<\/p>\n<p>Hier geht es um den Kontrast zwischen dem demokratischem System und der Diktatur: In Demokratien k\u00f6nnen die Menschen ihre Gedanken frei ausdr\u00fccken. Sie betonen daher, wie Dinge ideal sein sollten, im Sinne von Gerechtigkeit und Rechtm\u00e4\u00dfigkeit. Die brutale Wirklichkeit als fait accompli zu akzeptieren, wird oft als Verrat an Prinzipien und Menschenrechten gesehen. \u00a0Aber diese Prinzipien in die Realit\u00e4t umzusetzen, ist oftmals etwas anderes. Wenn eine Demokratie eine Diktatur konfrontiert, sind parlamentarische Debatten oft nicht von Nutzen. Das gleiche gilt f\u00fcr das Verk\u00fcnden von Deklarationen zu Prinzipien seitens Regierungen, Parlamenten oder dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, egal ob die Inhalte gerechtfertigt oder richtig sind. Wenn Demokratien Diktaturen wie das syrische Regime konfrontieren, dann ist die Chance eines positiven Ergebnisses m\u00f6glicherweise h\u00f6her bei Gespr\u00e4chen als bei der Verweigerung von Kommunikation mit dem Regime. Die Weigerung der meisten westlichen Regierungen w\u00e4hrend der letzten sechs Jahre mit dem syrischen Regime zu kommunizieren (seit Beziehungen im 2012 abbrachen), sind auch vom Gedanken motiviert, dass solche Kontakte von den Unterst\u00fctzern der demokratisch gew\u00e4hlten F\u00fchrungen nicht gewollt sind. Diese F\u00fchrungen sind ihren W\u00e4hlerschaften gegen\u00fcber rechenschaftspflichtig und die allgemeine negative Haltung dieser W\u00e4hlerschaften zu Kontakten ist ganz verst\u00e4ndlich wegen der Verbrechen des Regimes.<\/p>\n<p>Eine politische Isolation des Damaskus-Regimes konnte aber nur in Aussichtslosigkeit m\u00fcnden.<\/p>\n<p>Die Alternative war, das syrische Regime milit\u00e4risch zu besiegen, wonach dann nicht mehr verhandelt h\u00e4tte werden m\u00fcssen. Eine solche direkte milit\u00e4rische Intervention wurde ebenso von den involvierten Demokratien abgelehnt.<\/p>\n<p>Dennoch w\u00e4hlten verschiedene westliche und\u00a0 arabische Regierungen als Alternative die direkte milit\u00e4rische Intervention durch Bewaffnung, Finanzierung und politische Unterst\u00fctzung der verschiedenen syrischen Oppositionsgruppen, was jedoch, wie sich zeigte, nicht reichte, um das Regime zu st\u00fcrzen. Und ich lasse hier au\u00dfen vor, ob ein alternatives Regime viel besser gewesen w\u00e4re, da eine Demokratie ein hoch unwahrscheinliches Ergebnis gewesen w\u00e4re [, denn die Alternative w\u00e4re sehr wahrscheinlich eine Regierung der zunehmend die bewaffnete Opposition dominierenden radikalen Islamisten gewesen. \u2013 Erg\u00e4nzung des Autors.] Die meisten ausl\u00e4ndischen Regierungen behaupteten, dass sie eine politische L\u00f6sung wollten, was im Prinzip so stimmt. Jedoch wollten sie nur eine politische L\u00f6sung, die zu einem Regimewechsel f\u00fchren w\u00fcrde. Und ein solcher sollte sich als unm\u00f6glich erweisen im Kontext unzureichender milit\u00e4rischer Mitteln. Diese milit\u00e4rischen Interventionen bedeuten eigentlich einen Versto\u00df gegen internationales Recht, das den Mitgliedern der Vereinten Nationen untersagt, \u00a0milit\u00e4rische Aktionen zu unterst\u00fctzen, die zum Sturz einer Regierung eines Mitgliedsstaates, f\u00fchren. (1) \u00a0Die Ergebnisse indirekter milit\u00e4rischer Intervention waren genauso ruin\u00f6s wie die einer direkten milit\u00e4rischen Intervention gewesen w\u00e4ren: insbesondere fast eine halbe Million Tote, Millionen Gefl\u00fcchteter, ein Land in Schutt und Asche und eine in gro\u00dfem Ausma\u00dfe zerst\u00f6rte Nation.<\/p>\n<p>Es scheint widerspr\u00fcchlich, ausl\u00e4ndischen Staaten den Vorwurf zu machen, dass sie nicht gen\u00fcgend Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Sturz des Regimes geliefert h\u00e4tten, w\u00e4hrend man gleichzeitig gegen jegliche milit\u00e4rische Intervention ist. \u00a0Ich m\u00f6chte daher kl\u00e4ren, was ich meine. Ich bin im Allgemeinen vehement gegen milit\u00e4rische Interventionen, weil es so viele Beispiele gibt, die illustrieren, dass diese meist in einem Trauerspiel enden. Ich behaupte, dass die L\u00e4nder, die die bewaffnete Opposition ermuntert haben, das syrische Regime zu konfrontieren, ohne diese jedoch gen\u00fcgend zu bewaffnen oder ihre milit\u00e4rischen Aktionen koordiniert zu haben, die bewaffnete Opposition in die Todesfalle sendeten.<\/p>\n<p>Als ich im Mai 2011, als die syrische Revolution noch nicht einmal zwei Monate alt war, in einem Interview gefragt wurde, ob ich es noch akzeptabel f\u00fcr andere Regierungen f\u00e4nde, direkte Kontakte mit Pr\u00e4sident Baschar al-Assad zu unterhalten, weil ja schon Hunderte Tote die Folgen repressiver Aktionen des Regimes waren und Tausende Menschen inhaftiert waren, erwiderte ich, dass die Antwort davon abh\u00e4nge, wie pragmatisch man sich verhalten wolle. Ich kam zum Ergebnis, dass, eine Ablehnung von Engagement und Dialog eine Beteiligung an positiver Konfliktl\u00f6sung ausschl\u00f6sse. (2)<\/p>\n<p>In Fernsehsendungen anl\u00e4sslich des ersten Jahrestages der Syrischen Revolution im M\u00e4rz 2012 wiederholte ich meine Haltung, dass Dialog f\u00fcr jegliche Konfliktl\u00f6sung wichtig w\u00e4re. Vertreter der syrischen Opposition lehnten das total ab. Ich argumentierte, dass wenn ich eine Wahl h\u00e4tte \u2013 und nat\u00fcrlich ging es dabei nicht eigentlich um meine Wahl \u2013, w\u00fcrde ich 10.000 Tote (die damalige Anzahl der Todesopfer) 300.000 vorziehen, die m\u00f6gliche Anzahl bei weiterem Krieg ohne Gespr\u00e4che und Verhandlungen mit dem Regime mit dem Ziele einer Konfliktl\u00f6sung. (3) \u00a0Tats\u00e4chlich ergab sich, dass die Zahl der Toten viel h\u00f6her als 300.000 war. Aber in 2012 schien das noch unvorstellbar.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es keine Garantie f\u00fcr Erfolg durch Dialog, den ich vorschlug. Aber jegliche Ablehnung von Dialog war eine Garantie f\u00fcr das Versagen, wie wir es die letzten sieben Jahre beobachten konnten.<\/p>\n<p>Die meisten der syrischen Oppositionellen waren damals nicht bereit, Verhandlungen mit dem Regime zu akzeptieren &#8211; nicht nur wegen ihrer extrem negativen Gef\u00fchle [vom Autor f\u00fcr diese \u00dcbersetzung pr\u00e4zisiert] gegen\u00fcber dem Regime, sondern auch, weil sie starke Unterst\u00fctzung aus dem Ausland erwarteten, wie es in Libyen der Fall war und zu Niederlage und Tod des libyschen F\u00fchrers al-Gaddafi f\u00fchrte.<\/p>\n<p>In der damaligen Hoffnung, Unterst\u00fctzung aus dem Ausland zu bekommen, versuchten viele Demonstranten \u00fcber die Medien die internationale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch diese erwartete Unterst\u00fctzung blieb aus.<\/p>\n<p>Zur\u00fcckschauend, und rein theoretisch betrachtet, h\u00e4tten viele Syrier vielleicht nicht die Syrische Revolution gestartet, w\u00e4ren sie sich der\u00a0 fatalen Konsequenzen vorher bewusst gewesen. Aber die Realit\u00e4t sieht anders aus.<\/p>\n<p>Im Jahr 2013, als die syrischen Kr\u00e4fte der bewaffneten Opposition verk\u00fcndeten, sie h\u00e4tten \u00fcber 70 Prozent des Territoriums von Syrien unter Kontrolle bekommen und in Siegerstimmung waren, schlug Scheich Moas al-Chatib, der fr\u00fchere Pr\u00e4sident des Syrian National Council mit Sitz im Ausland, vor, mit Pr\u00e4sident al-Assad und Russland \u00fcber eine L\u00f6sung des Konflikts auf der Basis eines Zwanzig-Punkte-Plans zu verhandeln. In diesem Plan schlug al-Chatib vor, dass Assad zusammen mit von ihm ausgew\u00e4hlten 500 Verb\u00fcndeten das Land verlassen und sein Amt an Vizepr\u00e4sident Faruk al-Scharaa \u00fcbergeben solle.<\/p>\n<p>Es \u00fcberraschte nicht, dass das Regime an al-Chatibs Vorschlag nicht im Geringsten interessiert war, da er den R\u00fccktritt von Pr\u00e4sident al-Assad und Schl\u00fcsselfiguren seines Regimes forderte. Bemerkenswert ist, dass verschiedene Mitglieder der syrischen Opposition ihn auch ablehnten und als einen Akt von Verrat betrachteten, f\u00fcr den Scheich al-Chatib schwer bestraft werden sollte. Im Januar 2018 erinnerte Scheich al-Chatib seine fr\u00fcheren Kritiker an ihre damalige ablehnende Haltung, denn f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, als die milit\u00e4rische Opposition schon stark geschw\u00e4cht war, gingen verschiedene von ihnen nach Russland und wollten unter russischer Schirmherrschaft verhandeln, d.h. tun, was sie doch fr\u00fcher laut abgelehnt und kritisiert hatten. (4)<\/p>\n<p>Dass Vorschl\u00e4ge abgelehnt werden, die zu fr\u00fcheren Zeiten als Hochverrat galten, sp\u00e4ter aber, mit etwas Einsicht, doch ernsthaft h\u00e4tten untersucht werden m\u00fcssen, scheint sich zu wiederholen.<\/p>\n<p>Das erinnert mich an den Vorschlag des tunesischen Pr\u00e4sidenten Habib Bourguiba, der im M\u00e4rz 1965 die arabischen Staaten anmahnte, im Gegenzug f\u00fcr Verhandlungen im Geiste des Teilungsplanes f\u00fcr Pal\u00e4stina, (adoptiert am 29. November 1947) Israel anzuerkennen. Er schlug vor, dass die Araber die Teilung von Pal\u00e4stina akzeptieren sollten und forderte eine sofortige Ausrufung eines pal\u00e4stinischen Staates. Die Reaktion der meisten arabischen Staaten war damals, dass dies eine Art von Hochverrat darstelle. \u00c4gyptens Pr\u00e4sident [Gamal] Abdal Nasser verk\u00fcndete, dass Bourguibas Vorschlag ein Verrat an arabischem Nationalismus und Panarabismus darstellten und nur Israel und der zionistischen Bewegung dienen w\u00fcrde. Bourguiba erwiderte, dass\u201a \u201awas die Araber heute erreichen k\u00f6nnten, ist morgen nicht mehr greifbar\u2018. Und wie sich herausstellte, hatte er recht. Aber zu jener Zeit war es f\u00fcr die meisten der arabischen F\u00fchrer unm\u00f6glich, Bourguibas Ideen wegen genuiner Gef\u00fchle f\u00fcr Gerechtigkeit und Rechtm\u00e4\u00dfigkeit zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Israel sah den Vorschlag als \u201abedeutend und w\u00fcrdig einer sorgf\u00e4ltigeren Betrachtung\u2018 an, aber wies letztlich Bourguibas Ideen zur\u00fcck, weil es sich weigerte, Gebiete abzutreten \u2013 genauso wie bei einem \u00e4hnlichen Vorschlag 37 Jahre sp\u00e4ter in Form der Arabischen Friedensinitiative von 2002. Im Jahr 1965 konnte es Israel jedoch egal sein, denn die Araber hatten den Vorschlag schon selber abgelehnt und die Idee in ihren eigenen Kreisen im Keime erstickt.<\/p>\n<p>Den Initiativen von Bourguiba im Jahr 1965 und von Moas al-Chatib im Jahr \u00a02012 ist gemeinsam, dass sie von ihren eigenen Kreisen abgelehnt wurden und daher nie eine Chance hatten, ernsthaft in Erw\u00e4gung gezogen zu werden. Beide wurden nicht ann\u00e4hernd richtig gepr\u00fcft, ihre L\u00f6sungswege nicht erkundet. (5) \u00a0Was zu einer fr\u00fcheren Zeit als verr\u00e4terisch betrachtet wurde aufgrund authentisch existierender Gef\u00fchle und Emotionen \u00fcber das was rechtens und richtig ist, konnte sp\u00e4ter \u2013 nach Jahren von Krieg, Gewalt und Elend \u2013 vielleicht als relativ vern\u00fcnftig und staatsm\u00e4nnisch eingesch\u00e4tzt werden. Und mit dem Fortschreiten der Jahre werden authentische Gef\u00fchle und Emotionen \u00fcber das, was rechtens und richtig ist, vielleicht im Lichte der neuen Realit\u00e4ten vor Ort schw\u00e4cher werden.<\/p>\n<p>Was den Syrien-Krieg betrifft, war es so, als ob zwei parallele Welten existierten. In der einen Welt walten die wahrgenommenen Gef\u00fchle von Gerechtigkeit. W\u00fcnsche hinsichtlich dessen, was richtigerweise passieren sollte, wurden formuliert. Die M\u00f6glichkeiten \u2013 oder Hindernisse \u2013 diese W\u00fcnsche real werden zu lassen, wurden jedoch nicht immer in Betracht gezogen oder auch nicht akzeptiert. Das begehrte Ziel war klar, nicht aber der Weg dorthin.<\/p>\n<p>In der anderen, der zweiten Welt, war und ist Syrien schon immer eine der harschesten und grausamsten, wenn nicht die gr\u00f6\u00dfte brutale Wirklichkeit gewesen. In dieser zweiten Welt lag das Hauptaugenmerk auf dem Problem des politischen und physischen \u00dcberlebens des Regimes und des An-der-Macht-Bleibens, egal, was es kosten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Viele westliche und arabische Politiker leben noch immer in der ersten Welt, der Welt des idealen Syrien, nicht in der Welt der syrischen Realit\u00e4t oder was aus Syrien geworden ist als Resultat des blutigen syrischen Krieges. Diese Welt ist die der prinzipientreuen Deklarationen von Absichten, die wegen fehlender milit\u00e4rischer Macht oder fehlenden politischen Willens nicht implementiert\u00a0 werden \u2013 speziell wegen des fehlenden Willens, die Prinzipien dieser Deklarationen durchzusetzen, egal ob diese auf nationaler Ebene oder auf der Ebene des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen herausgebracht werden. (Erinnert sei an Aleppo und Ost-Ghouta.)<\/p>\n<p>Es ist eigentlich unn\u00f6tig zu erw\u00e4hnen, dass diejenigen, die sich mit begrenztem Willen und begrenzten Mitteln dem syrischen Regime entgegenstellen, sich auch begrenzte Ziele setzen m\u00fcssen, wollen sie auch nur etwas von dem erreichen, was sie sich vorgenommen haben. Jedoch scheinen nach sieben Jahren blutigen Krieges und gut \u00fcber 450.000 Toten viele westliche und arabische Politiker noch betr\u00e4chtlich von Wunschdenken irrgeleitet zu sein. \u00a0Und infolgedessen wird der Konflikt in Syrien weiterhin vom vermeintlichen moralischen Zeigefinger her angegangen. Sie sind noch immer nicht bereit, die nackte Wahrheit zu akzeptieren, dass man mit unzureichendem Willen und unzureichenden Mitteln nur unzureichende Ergebnisse erreichen kann. Ausl\u00e4ndische Regierungen k\u00f6nnen diese Regel entweder ignorieren oder so tun, als ob sie sich dessen nicht bewusst sind. Indem sie auf ethischen und politischen, sogenannten korrekten Ideen von Gerechtigkeit bestehen, ohne jedoch die daf\u00fcr notwendigen Mittel zur Umsetzung dieser gerechten Ziele bereitzustellen, helfen verschiedene westliche und arabische Politiker indirekt, den Krieg mit all seinen Toten, Fl\u00fcchtlingen und seinem Ausma\u00df an Zerst\u00f6rung fortzusetzen.<\/p>\n<p>Und was nutzt uns die moralische \u00dcberlegenheit, wenn sie zu mehr Toten, mehr Zerst\u00f6rung und mehr Fl\u00fcchtlingen f\u00fchrt, dazumal in einem Krieg, der noch nicht einmal ansatzweise gewonnen und nicht ann\u00e4hernd auf dem Wege ist, die verk\u00fcndeten Ziele einer neuen, pluralistischen, s\u00e4kularen, demokratischen und zivilen syrischen Gesellschaft zu erreichen, sondern stattdessen die deutliche Gestalt eines Kriegs ohne Erfolg annimmt?<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht w\u00e4re es besser gewesen, wenn sich die ausl\u00e4ndischen Kr\u00e4fte nicht in den syrischen Krieg eingemischt h\u00e4tten und au\u00dfen vor geblieben w\u00e4ren, statt zu versuchen, eine L\u00f6sung mit unzureichenden milit\u00e4rischen Mitteln durchzudr\u00fccken, deren Folgen wir heute sehen.<\/p>\n<p>W\u00e4re es nicht an der Zeit, zuzugeben, dass der Kriege gegen das syrische Regime nahezu verloren ist? Und wenn das Ergebnis schon recht klar ist, worin besteht denn dann der Sinn des Weitermachens und weiteren Blutvergie\u00dfens? Oder wollen etwa die L\u00e4nder, die am Krieg per Stellvertretung teilgenommen haben, den Krieg mit alle seinen Toten, Fl\u00fcchtlingen und der Zerst\u00f6rung zu Lasten des syrischen Volkes weiterf\u00fchren? M\u00f6chten sie etwa der Opposition ein paar Druckmittel in zuk\u00fcnftige Verhandlungen mitgeben, obwohl praktisch gesehen eigentlich nicht mehr viel zu verhandeln ist, wenn man die milit\u00e4rischen Machtverh\u00e4ltnisse in Betracht zieht? Oder wollen sie in Syrien bleiben aufgrund eines Wettkampfes um die Vormacht in der Region?<\/p>\n<p>Einige Leser und Leserinnen werden \u00fcber diese Vorschl\u00e4ge, den Krieg zu beenden, au\u00dfer sich sein und mit gro\u00dfer Emp\u00f6rung aufschreien, dass es Verrat w\u00e4re, jetzt aufzugeben nach all den Bem\u00fchungen um den Sturz des Regimes. Andere werden vielleicht sagen, dass halbherzige ausl\u00e4ndische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die milit\u00e4rische Opposition einem Verrat gleich kommt, der auf Kosten des syrischen Volkes geht. Und andere wiederum m\u00f6gen den Slogan \u201a Lieber tot als erniedrigt\u2018 (6) rufen, k\u00f6nnen aber nicht im Namen aller jener Syrier sprechen, die ohne ihre Zustimmung oder sogar gegen ihren Willen in diesen Krieg hinein gezogen und Opfer des Krieges wurden. Den Kampf aufzugeben k\u00f6nnte hei\u00dfen, dass alle Bem\u00fchungen umsonst waren.<\/p>\n<p>Fr\u00e9d\u00e9ric Pichon hat sein j\u00fcngstes Buch zum Syrien-Krieg \u201eUne guerre pour rien\u201c (etwa \u201aEin Krieg um nichts \u2018) (7) betitelt. Tats\u00e4chlich ist es aber noch viel schlimmer, denn dieser Krieg war nicht nur umsonst, weil keines der Ziele der Opposition erreicht worden sind, sondern weil er Syrien um Jahrzehnte in die Vergangenheit zur\u00fcckversetzt und irreparable Verluste und gesellschaftliche Sch\u00e4den verursacht hat.<\/p>\n<p>Am Anfang des Konflikts, der im Jahr 2011 ausbrach, w\u00e4re es m\u00f6glicherweise leichter gewesen eine politische L\u00f6sung zu erzielen, was sp\u00e4ter nicht mehr m\u00f6glich war. Mehrere L\u00e4nder, einschlie\u00dflich der T\u00fcrkei und Saudi Arabien sowie die Arabische Liga und andere L\u00e4nder strengten sich in der Tat sehr an, eine L\u00f6sung zu finden. Ab August 2011 jedoch begannen verschiedene ausl\u00e4ndische F\u00fchrer, einschlie\u00dflich Pr\u00e4sident Obama und andere westliche politische F\u00fchrer, Baschar al-Assad zum R\u00fccktritt aufzufordern und verfolgten diesen Plan seitdem weiter, wenn auch in j\u00fcngster Zeit mit einigen Variationen.<\/p>\n<p>Im Dezember 2017 hat z.B. der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Macron fast sieben Jahre nach dem Beginn der Syrischen Revolution und nachdem klar war, dass Assad nicht freiwillig gehen w\u00fcrde \u2013 nicht zuletzt,\u00a0 weil es so aussah, als ob\u00a0 er den Krieg gewinnen kann \u2013 wie folgt formuliert:<\/p>\n<p>&#8220;Wir m\u00fcssen mit allen sprechen\u2026 wir m\u00fcssen mit Baschar al-Assad und seinen Vertretern sprechen \u2026 danach muss sich Assad f\u00fcr seine Verbrechen vor seinem Volk und vor der internationalen Justiz verantworten.\u201c (8)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend er damit zugab, dass Gespr\u00e4che mit Assad unvermeidlich waren, konnte sich Macron sicher sein, dass der syrische Pr\u00e4sident die neue franz\u00f6sische Position ablehnen w\u00fcrde, da Macron daf\u00fcr stimmte, Assad vor das internationale Gericht zu bringen.<\/p>\n<p>Dieselbe Formel, wiederholt angewendet, hat garantiert, dass keine wirklichen Verhandlungen stattfinden w\u00fcrden. Obwohl diese Formel\u00a0 f\u00fcr seinen Gerechtigkeitsanspruch gew\u00fcrdigt werden muss, ist sie ein schlechtes Rezept, ein \u201anon-starter\u2018, geblieben.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlichem Wandel von Positionen machte die US-Administration im Dezember 2017 deutlich, dass sie bereit sei, Pr\u00e4sident al-Assads Herrschaft bis zu den n\u00e4chsten geplanten syrischen Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2021 zu dulden. Gleichzeitig blieb die Trump-Administration aber dabei zu verk\u00fcnden, dass sie einen politischen Prozess wolle der Assads R\u00fccktritt in Aussicht stellte.<\/p>\n<p>Wenn Baschar al-Assad seinerseits erkl\u00e4rt h\u00e4tte, dass er Pr\u00e4sident Trump bis zu den n\u00e4chsten US-amerikanischen Wahlen im Jahr 2020 in seiner Position akzeptieren w\u00fcrde, h\u00e4tte das f\u00fcr viele l\u00e4cherlich geklungen. Aber \u00e4hnliche Bemerkungen von Pr\u00e4sident Trump sind ernst genommen worden, obwohl die USA w\u00e4hrend der letzten sieben Jahre beim St\u00fcrzen des Assad-Regimes erfolglos war. Und je nach Ausgang der Wahlen von 2020 sollte man nicht ausschlie\u00dfen, dass Assad Donald Trump als Pr\u00e4sident im politischen Amt \u00fcberlebt. (9)<\/p>\n<p>Die Position von Katar, einem der langj\u00e4hrigen zentralen Unterst\u00fctzer der zivilen und milit\u00e4rischen Opposition, \u00e4nderte sich auch im Oktober 2017, insbesondere nachdem die anderen Staaten des Golf-Kooperationsrates unter der Anschuldigung, \u00a0\u00a0dass Katar die organisierten Terroristen in Syrien unterst\u00fctzt h\u00e4tte, Sanktionen gegen das Land verh\u00e4ngten. Der fr\u00fchere Premierminister und Minister f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, Scheich \u00a0Hamad ibn Dschasim Al Thani gestand daraufhin, \u00a0dass Katar die syrische Oppositionen fr\u00fcher vollends mit Saudi Arabien koordinierten und alle gemeinsame Unterst\u00fctzung \u00fcber die T\u00fcrkei gelaufen sei, wo weitere Waffenauslieferungen an die Opposition mit den Vereinigten Staaten, zusammen mit der T\u00fcrkei und Saudi Arabien koordiniert worden waren. Scheich Hamad stritt ab, dass es irgendeine Unterst\u00fctzung von Katar f\u00fcr den Islamischen Staat gegeben habe. Einige von Katars Waffen sind jedoch anscheinend in die H\u00e4nde von Dschabhat an-Nusra, der mit al-Qaida affiliierten Gruppe, gelangt. Als das bekannt wurde, wurde Unterst\u00fctzung, so sagte Scheich Hamad Al Thani, f\u00fcr Dschabhat an-Nusra gestoppt.<\/p>\n<p>Saudi Arabien und Katar hatten sich auf das, was Scheich Hamad Al Thani &#8216;die Befreiung Syriens&#8217; nennt, konzentriert. Als aber die zwei Staaten miteinander in Streitigkeiten \u00fcber ihre gemeinsame &#8216;Beute&#8217; (womit Hamad Al Thani Baschar al-Assad und das syrische Regime meinte) gerieten, entwischte ihnen ihre Beute. Scheich Hamad f\u00fcgte hinzu, dass es okay w\u00e4re, wenn al-Assad im Amt bliebe, solange die Saudis einverstanden w\u00e4ren. Katar war urspr\u00fcnglich eigentlich mit al-Assad befreundet. Scheich Hamad kritisierte, dass es keine konsequente Politik zwischen Katar und Saudi Arabien gegeben h\u00e4tte; er h\u00e4tte aber trotzdem nichts gegen einen Kurswechsel, falls vergangene politische Linien sich als Fehler erwiesen h\u00e4tten. (10) Dieser Linienwechsel trat ein, nachdem es mehr als 450.000 Todesopfer gab und war anscheinend das Ergebnis eines Disputs zwischen Katar und Saudi Arabien und nicht eines spontanen Perspektivenwechsels oder gar Resultat besonderer Sympathien f\u00fcr das syrische Volk.<\/p>\n<p>Was die Verhandlungen angeht, ist die syrische Opposition schon seit mehreren Jahren mit dem syrischen Regime durch aufeinander folgende UN-Gesandte [die sogenannten Special Envoys] f\u00fcr Syrien im Gespr\u00e4ch. Aber die Opposition begann mit Vorbedingungen, die ernsthafte Verhandlungen unm\u00f6glich machen, weil sie als Voraussetzung forderte, dass Pr\u00e4sident al-Assad und diejenigen in seinem Regime, die Blut an den H\u00e4nden h\u00e4tten, zur\u00fccktreten m\u00fcssten und von jeglicher Rolle in Syriens Zukunft ausgeschlossen sowie vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollten. Diese Forderungen, so v\u00f6llig nachvollziehbar sie auch scheinen m\u00f6gen, waren unrealistisch, weil sie garantieren, dass jegliche Kompromisse und ernsthafte Verhandlungen mit dem Regime ausgeschlossen sind. Dar\u00fcber hinaus ist das Schicksal des Pr\u00e4sidenten al-Assad \u00fcberhaupt nicht im Genfer Communiqu\u00e9 (2012) erw\u00e4hnt, einem der internationalen Eckpfeiler unter den Dokumenten der Verhandlungen zwischen Regime und Opposition.<\/p>\n<p>Sollten sich nach mehreren Jahren Blutvergie\u00dfens einige arabische und westliche Regierungen f\u00fcr einen Kurswechsel entscheiden und bestimmen, dass al-Assad der Machthaber von Syrien bleiben solle sowie es auch weiterhin f\u00fcr opportun halten, Beziehungen zu reetablieren und wieder ihre Botschaften in Damaskus zu er\u00f6ffnen, d\u00fcrfen sie nicht davon ausgehen, dass das syrische Regime sie wieder willkommen hei\u00dfen w\u00fcrde. Ganz im Gegenteil, solche Ouvert\u00fcren w\u00fcrden zun\u00e4chst ganz bestimmt zur\u00fcckgewiesen werden, bis die politischen Konten ausgeglichen w\u00e4ren, denn das Regime sieht in der ausl\u00e4ndischen Einmischung und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die bewaffnete Opposition prinzipielle Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass der syrische Krieg so lange angedauert hat.<\/p>\n<p>Jegliche ausl\u00e4ndische Hilfe f\u00fcr den Wiederaufbau\u00a0 w\u00fcrde nur in regierungskontrollierten Gebieten mit der Genehmigung des Regimes zugelassen werden. Jede Bem\u00fchung des Wiederaufbaus in Gebieten, die nicht unter der Kontrolle des Regimes sind, laufen Gefahr unter Feuer zu geraten, sollte das Regime k\u00fcnftig diese Gebiete zur\u00fcckerobern.<\/p>\n<p>Was vielleicht durch Dialog mit dem Regime in den fr\u00fcheren Phasen der Syrischen Revolution h\u00e4tte erreicht werden k\u00f6nnen, ist zunehmend schwierigerer geworden mit verstrichener Zeit und mit all den Ereignissen und der Zerst\u00f6rung, die passiert sind. Je l\u00e4nger der Krieg andauerte, desto schwieriger ist es geworden, zu verhandeln und Kompromisse zu erzielen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte nun argumentieren, dass das Regime nie an einem Dialog interessiert war, der zu wirklichem politischen Wandel oder Reform gef\u00fchrt h\u00e4tte. Aber das ist meines Erachtens nie lange genug versucht worden. Die ernsthaften Bem\u00fchungen zu Beginn h\u00e4tten weitergef\u00fchrt werden sollen. Manchmal muss man sich ernsthaft bem\u00fchen, auch wenn man von den Erfolgsaussichten nicht ganz \u00fcberzeugt ist.<\/p>\n<p>Was die Millionen von syrischen Fl\u00fcchtlingen betrifft, w\u00fcrde man logisch erwarten, dass die meisten nach Syrien zur\u00fcckkehren werden, sobald der Krieg vorbei ist. Aber die Realit\u00e4t k\u00f6nnte etwas anders aussehen. Besonders den Fl\u00fcchtlingen, die unter Verdacht stehen, aktiv gegen das Regime gearbeitet zu haben &#8211; und die meisten von ihnen sind Sunni &#8211; \u00a0k\u00f6nnte die R\u00fcckkehr verweigert werden, und bestimmt solange die wirtschaftlichen Aussichten des Landes schwach sind.<\/p>\n<p>Syrien-Experte Fabrice Balanche schl\u00e4gt vor, dass Pr\u00e4sident al-Assad die R\u00fcckkehr der Millionen Fl\u00fcchtlinge gar nicht m\u00f6chte, weil Syrien schon vor dem syrischen Krieg, der 2011 begann, \u00fcberbev\u00f6lkert war und unter verschiedenen wirtschaftlichen Problemen, Wassermangel, und anderem litt, d.h. Faktoren, die wiederum Ausl\u00f6ser der Syrischen Revolution waren. Die Verweigerung der R\u00fcckkehr von Millionen von syrischen Fl\u00fcchtlingen k\u00f6nnte aus dieser Sicht Syrien die M\u00f6glichkeit eines Neubeginns geben \u2013 mit einer kleineren Bev\u00f6lkerung die, aus der Sicht des Regimes, Syrien \u201aein bisschen Luft verschaffen k\u00f6nnte\u2018 . (11) Dar\u00fcber hinaus \u00a0darf erwartet werden, das Fl\u00fcchtlinge, die nach Syrien zur\u00fcckkehren wollen, ihre Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber dem Regime zeigen m\u00fcssen bzw. beweisen m\u00fcssen, dass sie nichts gegen das Regime vorhaben. All das k\u00f6nnte eine starke demographische Verschiebung zum Nachteil der syrischen Sunni nach sich ziehen. Obwohl andere Faktoren auch eine Rolle spielen, darf \u2013 wie Fabrice Balanche \u00fcberzeugend gezeigt hat \u2013darf die Kluft zwischen den Religionsgemeinschaften in Syrien nicht ignoriert werden, da sie ein Schl\u00fcsselfaktor ist. Die Oppositionsgebiete sind \u00fcberwiegend von Sunni dominiert, w\u00e4hrend die Gebiete, in denen zahlenm\u00e4\u00dfig die Minderheiten dominieren, pro-Regime sind. (12) \u00a0Diese Kluft hat ernsthafte Konsequenzen f\u00fcr die Zukunft, sobald der syrische Krieg vor\u00fcber ist.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist auch, dass es bisher keinerlei Kompromiss zwischen dem syrischen Regime einerseits und der Opposition, welche sich im Lande aufh\u00e4lt, andererseits gegeben hat. Manche Oppositionsf\u00fchrer, die urspr\u00fcnglich im Lande aktiv waren, wie z.B. Louay Hussein, F\u00fchrer der Building the Syrian State, sind in Abwesenheit zu langj\u00e4hriger Haft verurteilt worden, was es f\u00fcr sie schwieriger gestaltet, zur\u00fcckzukehren. Prominenten Oppositionsmitgliedern im Ausland, die \u00f6ffentlich ihre Opposition gegen das Regime bekundet haben und zur\u00fcckkehren wollten, wurde die Einreise in ihr Heimatland verweigert, aber es gibt auch Ausnahmen. (13)<\/p>\n<p>Bis jetzt habe ich kaum \u00fcber die Rollen von Russland und Iran im Konflikt gesprochen und werde dies auch nur kurz tun. Die US-amerikanische und britische Invasion des Irak im Jahr 2003 hat zu Krieg gef\u00fchrt, dessen Ende nach 15 Jahren immer noch nicht in Sicht ist. Durch die Beseitigung von Saddam Hussein haben sie Iran einen roten Teppich ausgerollt, auf dem das Land seinen Einfluss in Irak, Syrien, Libanon und anderswo im Nahen Osten ausweiten kann.<\/p>\n<p>Die direkten und indirekten ausl\u00e4ndischen milit\u00e4rischen Interventionen in Syrien haben die St\u00e4rkung der russischen Position betr\u00e4chtlich verursacht. Der haupts\u00e4chliche Grund f\u00fcr Russlands Intervention war, seinen Verb\u00fcndeten, das Regime, an der Macht zu erhalten. Ohne ausl\u00e4ndische Interventionen in Syrien, die einen Regimewandel herbeif\u00fchren wollten, h\u00e4tte Russland keinen Grund gehabt so einzugreifen, wie es das seit 2015 tut.<\/p>\n<p>Was h\u00e4tte das Regime von einer politischen anstelle einer milit\u00e4rischen L\u00f6sung? Das Regime kann nicht ewig an der Macht bleiben und sollte daher daran interessiert sein, ein neues Syrien zu schaffen, welches inklusiv f\u00fcr alle Syrer ist \u2013 auf eine Weise, die eine neue Revolution oder einen\u00a0 Ausgleich politischer Konten in Form von Revanche ausschlie\u00dft. Das Regime h\u00e4tte schon l\u00e4ngst daran arbeiten sollen, bevor es zur Revolution gekommen war \u2013 oder unmittelbar danach. Aber Baschar al-Assad und seine Unterst\u00fctzer w\u00e4hlten den Weg der gewaltt\u00e4tigen Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n<p>Syrien-Experte David Lesch schl\u00e4gt vor, dass al-Assad am Anfang der Revolution mit sich haderte, was die Wahl zwischen einer eher nachsichtigen Herangehensweise und einem gewaltt\u00e4tigen Crackdown durch die Regierungstruppen betrifft. \u00a0Es war eine schicksalhafte Entscheidung, nicht ernsthaft Reformwege und Auss\u00f6hnung versucht zu haben \u2013 gleich zu Anfang, aber ganz bestimmt unter dem Blickwinkel der jetzigen Zerst\u00f6rung. (14) \u00a0Jedoch ist nicht sicher, dass Ank\u00fcndigungen von Reformma\u00dfnahmen durch den Pr\u00e4sidenten wirklich die Demonstranten zufrieden gestellt h\u00e4tten beim gleichzeitigen Weiterbestehen der syrischen Diktatur, waren die Demonstranten doch \u00fcberw\u00e4ltigt von Enthusiasmus infolge vom sogenannten Arabischen Fr\u00fchling in Tunesien, \u00c4gypten und Libyen, wo die Pr\u00e4sidenten aus ihren \u00c4mtern entfernt wurden.<\/p>\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt ist es viel schwieriger geworden drastische Reformma\u00dfnahmen zu erzielen. Das ist aber kein Grund, sie nicht ernsthaft erreichen zu wollen. Doch bleibt es zweifelhaft, ob das Regime ernste Anstrengungen in dieser Richtung machen wird, weil das auch implizieren k\u00f6nnte, ihre eigene Stellung zu unterwandern, wie es auch schon am Anfang der Syrischen Revolution der Fall gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wogegen der Schl\u00fcssel zur St\u00e4rke des Regimes in den Gemeinsamkeiten bei Religionsgemeinschaft, Region, Familie oder Stamm der haupts\u00e4chlichen Baath-Herrscher lag, stellt ihr alawitischer Hintergrund auch eine ihrer inh\u00e4renten Hauptschw\u00e4chen dar. Der &#8216; alawitische Faktor&#8217; behindert eine friedliche Transformation der syrischen Diktatur in ein breiteres repr\u00e4sentatives Regime. Dieser alawitische &#8216;Gordische Knoten&#8217; sollte daher zerschlagen werden, um Vertrauen zwischen allen Bev\u00f6lkerungsgruppen Syriens \u2013unabh\u00e4ngig von religi\u00f6ser oder ethnischer Zugeh\u00f6rigkeit \u2013 aufzubauen.<\/p>\n<p>Doch bezweifle ich stark, dass das Regime auf das Durchschlagen des alawitischen \u201aGordischen Knotens\u2018 vorbereitet ist, denn er war bisher immer essentiell f\u00fcr sein \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Aus diesem Grunde sehen die Zukunftsaussichten f\u00fcr einen syrischen Frieden sehr d\u00fcster aus, auch wenn das Regime den Krieg gewinnen wird \u2013 und wonach die Lage aussieht.<\/p>\n<p>[End]<\/p>\n<p>* Nikolaos van Dam ist Syrien-Experte und diente als Botschafter des K\u00f6nigreichs der Niederlande in Indonesien, Deutschland, der T\u00fcrkei, \u00c4gypten und Irak. Er war der niederl\u00e4ndische Special Envoy f\u00fcr Syrien 2015-16. Sein j\u00fcngstes Buch tr\u00e4gt den Titel \u00a0\u2018Destroying a Nation: The Civil War in Syria\u2019 (London: I.B. Tauris, 2017).<\/p>\n<p>\u2026.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a>\u00a0Jeffrey D. Sachs, \u2018Ending America\u2019s disastrous role in Syria\u2019,\u00a0<em>Project Syndicate, The World\u2019s Opinion Page<\/em>, 16 February 2018. https:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/ending-disastrous-american-role-in-syria-by-jeffrey-d-sachs-2018-02<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a>\u00a0\u2018Dictatoriaal glamourechtpaar\u2019, Vrij Nederland, 21 May 2011\u2019. Interview with Harm Botje. https:\/\/www.vn.nl\/dictatoriaal-glamourechtpaar\/<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/programma.bnnvara.nl\/pauwenwitteman\/media\/88810\">https:\/\/programma.bnnvara.nl\/pauwenwitteman\/media\/88810<\/a>, Pauw &amp; Witteman, 7 March 2012.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3TYv0IU6ZAo\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3TYv0IU6ZAo<\/a>,\u00a0<em>Aljazeerah<\/em>, 15 March 2012.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/pg\/Alemyavena\/posts\/\">https:\/\/www.facebook.com\/pg\/Alemyavena\/posts\/<\/a>\u00a026 January 2018.<\/p>\n<p>\u2018Madha yatadamman mubadarat Ahmad Mu\u2019adh al-Khatib?\u2019,\u00a0<em>al-Nahar<\/em>, 23 May 2012. Facebook page Ahmad Mu\u2019adh al-Khatib, 23 May 2013 (with reactions).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a>\u00a0For other examples see Itamar Rabinovich,\u00a0<em>The Road Not Taken<\/em>, Oxford, 1999.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a>\u00a0Ali Aljasem,\u00a0<em>Better Death than Humiliation<\/em>, Master\u2019s Thesis, Utrecht University, 3 August 2017.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a>\u00a0Fr\u00e9d\u00e9ric Pichon,\u00a0<em>Syrie, une guerre pour rien<\/em>, Paris, 2017.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a>\u00a0https:\/\/www.rferl.org\/a\/france-macron-islamic-state-syria-assad-talks\/28924153.html<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a>\u00a0Robin Wright, \u2018Trump to let Assad stay until 2021, as Putin declares victory in Syria\u2019,\u00a0<em>The New Yorker<\/em>, 11 December 2017.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a>\u00a0Television interview of Shaykh Hamad bin Jasim Al Thani, October 2017:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Igwf_5fllNI\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Igwf_5fllNI<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9f33l30kQxg\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9f33l30kQxg<\/a>\u00a0(with English translation).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a>\u00a0Fabrice Balanche, \u2018Quel visage pour la Syrie de demain ?\u2019,\u00a0<em>L\u2019Orient-Le Jour<\/em>, 30 December 2017. Balanche uses the term \u2018<em>Une Syrie \u00ab\u00a0a\u00e9r\u00e9e<\/em>\u00a0\u00bb\u2018.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a>\u00a0Fabrice Balanche,\u00a0<em>Sectarianism in Syria\u2019s Civil War<\/em>, The Washington Institute for Near East Policy, 2018, pp. 3-30.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Herausragend unter ihnen war Bassam al-Malik, Zaman al-Wasl, 14 August 2017. Fabrice Balanche, Sectarianism in Syria\u2019s Civil War, p. 48, schreibt, dass im Jahr 2017 Scheich Nawwaf al-Baschir, ein m\u00e4chtiges Sunni-Stammesoberhaupt, von Istanbul nach Damaskus gezogen ist. Indem er f\u00fcr das Regime war, demonstrierte er, dass der Baggara-Stamm seine Unterst\u00fctzung nun an al-Assad versprochen hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/joshualandis.com\/blog\/foreign-intervention-in-syria-isnt-it-time-to-admit-that-the-war-against-the-syrian-regime-is-lost-by-nikolaos-van-dam\/#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a>\u00a0David W. Lesch, \u2018Bashar\u2019s Fateful Decision\u2019, in: Raymond Hinnebusch and Omar Imady (eds),\u00a0<em>The Syrian Uprising: Domestic Origins and Early Trajectory<\/em>, New York, 2018 , pp. 128-140. And David W. Lesch,\u00a0<em>Syria: The Fall of the House of Assad<\/em>, London, 2013, pp. 69-86.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Intervention in Syrien: Sollten wir eingestehen, dass der Krieg gegen das syrische Regime verloren ist? 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